Wie ich in Kenia einmal morgens am Fenster Zähneputzen musste

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Ich hatte letzten Herbst das große Glück, beruflich nach Kenia reisen zu müssen. Mein erstes Mal Afrika! Eine Woche lang erkundigte ich mit meiner Gruppe die Nationalparks und die Küste und nach nur wenigen Stunden war es um mich geschehen: Der Afrika-Virus hatte mich ereilt. Von einem der unvergesslichsten Erlebnisse möchte ich Euch nun berichten.

Wir waren eine Nacht in der Sarova Salt Lick Game Lodge einquartiert. Sie befindet sich mitten im privaten Schutzgebiet „Taita Hills Sanctuary“ und wurde auf Stelzen gebaut, damit die Elefanten darunter hindurch wandern können. Und das taten sie! Nach dem Abendessen hielt es uns nicht mehr im hoteleigenen Restaurant, denn draußen kamen nach und nach immer mehr Elefanten zum Wasserloch, das direkt am Hotel liegt. Von der Terrasse der Bar im obersten Stockwerk hatte man den besten Blick. Also bestellten wir uns einen doppelten Amarula und genossen die Aussicht und die Geräusche, die Elefanten so machen, wenn sie unter sich sind. Es wurde fast schon zu kitschig, als über dieser unwirklichen Szenerie auch noch eine Sternschnuppe zu Boden fiel.

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Es kamen dann immer mehr Gerüchte auf, dass man aus der Lobby einen noch besseren Blick hatte also eilte ich schnell die zwei Stockwerke runter. Unten traute ich meinen Augen kaum. Die Elefanten standen fast in der Lobby, da es dort einen Wassergraben mit scheinbar köstlichstem Wasser gab. Sie schlurften und schlürften genüsslich vor sich hin und so mancher Hotelgast hatte Tränen in den Augen.

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Irgendwann wurde es für mich dennoch Zeit, ins Bett zu gehen. Fatalerweise war mein Zimmer mit direktem Blick auf das Wasserloch ausgerichtet und an Schlaf war nicht zu denken, war es doch viel zu spannend am Fenster! Ich gab dann nach einiger Zeit nach und legte mich hin. Aber die spannenden Geräusche lockten mich noch etliche Male zum Fenster. Einmal muss ein Elefant gegen die Stelze unter meinem Zimmer gerannt sein, das ganze Gebäude wackelte und es gab einen lauten Knall!

Am nächsten Morgen erwachte ich um ca. 5:30 Uhr, weil draußen schon wieder ein Geräusch zu hören war. Allerdings hörte es sich ganz anders an als die Elefanten am Vorabend. Ich verhedderte mich schlaftrunken fast im Moskitonetz und als ich unfallfrei am Fenster angekommen war, traute ich meinen Augen nicht: Büffel! Und zwar Tausende! Es sah aus wie bei „Der mit dem Wolf tanzt“. So etwas habe ich noch nie gesehen – und so schnell werde ich so etwas wohl auch nicht mehr sehen! Ich baute meine Gopro auf und stellte sie auf Timelapse. Und entschloss, keine Zeit im Bad zu verschwenden und holte meine Zahnbürste…

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Später beim Frühstück jagte noch eine Löwin ein paar Zebras. Wir frühstückten erstmal weiter. Das Spannendste hatten wir ja schon gesehen!

Mehr über Kenia findet Ihr hier.

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